Meine erste Reaktion

Wie habe ich auf die Kontaktaufnahme der Invalidenversicherung im Herbst 2011 reagiert?

Inneres Team nach Friedemann Schulze von ThunIch fühlte mich irgendwie frustriert und von der Invalidenversicherung in meiner Person abgelehnt. Zwar habe ich sofort realisiert, dass eine Mitwirkungspflicht besteht. Ich bin verpflichtet, bei den Massnahmen der Invalidenversicherung mitzumachen. Meine eigenen Wünsche und Träume spielen keine grosse Rolle. Es lässt sich nicht ändern. Hier hatte ich einen inneren Konflikt. Ich habe diesen Zwang nicht akzeptiert. Es gefällt mir nicht, fremd bestimmt zu werden und Anordnungen einer Behörde zu folgen. Ich brauchte sehr lange, mich mit diesem Konflikt auseinanderzusetzen. Was will mein inneres Team1 mir sagen?

Schon 2006 hatte ich eine Revision der Invalidenversicherung. Wegen meiner Körperbehinderung bekam ich damals zusätzlich zu meiner Invalidenrente eine Hilflosenentschädigung. Bei dieser Revision bekamen mein Mann und ich Besuch von zwei Frauen von der Invalidenversicherung, die mit mir eine Art Interview durchgeführt haben. Mein Mann und ich hatten nach diesem Besuch das Gefühl, dass unser Privatbereich verletzt wurde. Und ich fühlte mich von dieser Maschinerie die Invalidenversicherung fremd bestimmt.

Und jetzt soll diese Geschichte sich wiederholen? Warum macht die Invalidenversicherung schon wieder eine Revision? Wird schon wieder ein Kürzungsentscheid gefällt werden? Siehe auch den Artikel vom Bund. Das verunsichert mich sehr. Werden schon wieder irgendwelche Angestellte meine Akten wälzen und meine Lebensgeschichte genau durchlesen und dann hinter ihren Papier- und Aktenbergen in ihrem Büro einen papierigen Entscheid fällen? Das macht mich wütend und gleichzeitig habe ich ein Gefühl des Ausgeliefertseins und der Machtlosigkeit. Ausserdem beschleicht mich eine dunkle Zukunftsangst (zu dieser Zukunftsangst in einem späteren Beitrag mehr).

Mein Mann und ich gingen zur Fachstelle für Gehörlose in Bern. Ich fragte, ob diese Massnahme, die arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung eine freiwillige Sache ist. Leider hat unsere Beraterin bestätigt, dass die AMA also keine freiwillige Sache ist. Sie hat der Praxisassistentin angerufen und wegen meinem Deutschkurs erreicht, dass der Beginn der Massnahme von November auf nächstes Jahr verschoben wird.


1Jemand hat uns gesagt, dass ich das Innere Team nicht 100% richtig gebraucht habe. Das innere Team besteht aus meinen verschiedenen Stimmen, die unterschiedlich reagieren, und nicht aus den Problemthemen. Meine drei Stimmen wären also: Die rationale, logisch denkende Frau; die erzählfreudige, ideenreiche und freiheitsliebende Frau und die frustrierte und ablehnende Frau. Trotzdem, die Darstellung des inneren Teams hat mir geholfen zu verstehen, was in meinem Inneren passiert.

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