Beratung durch Lilly Kahler

Ich hatte Sonntag wieder mal eine grosse Krise! Ich war verunsichert wegen dem kommmenden Gespräch am 30. Januar. Zum Glück hatte ich bei der Beraterin und Coach Lilly Kahler (http://www.durchblickhaben.ch) schon vorher kurzfristig einen Beratungstermin abgemacht, weil ich spürte, dass die Website AMA mir nicht wirklich helfen kann.

Heute Morgen fuhr ich mit dem Zug von Bern nach Zürich. Die hörende Lilly und ich führten das Gespräch in Gebärdensprache. Ich erzählte von meinem eigenen schlechten Erfahrungen mit der Invalidenversicherung. Im Gespräch sprachen wir offen über meine Möglichkeiten und Grenzen. Auch über meinen Stärken und Schwächen. Auch wie ich wohl von Aussen angesehen werde und über das sog. Selbst- und Fremdbild. So versuchten wir meine Probleme und Fragen zu erkennen. Viele Menschen von Aussen wissen nicht, wie sie mit mir umgehen sollen. Ich lerne, dass ich aktiv informieren kann und so die Menschen um mich herum weniger unsicher sind, wenn sie mit mir Kontakt haben oder kommunizieren solllen.

Wir besprachen die Themen über richtiges Auftreten und Haltung beim Gespräch. Über eine positive Kommunikation. Oder dass auch in einem Gespräch Pausen, Trinken und frische Luft wichtig ist. Auch darüber, dass Aufklären und Informationen wichtig sind. Der Blickkontakt im Gespräch mit Dolmetschende ist wichtig. Auch mein Selbstwert: Ich bin mein eigener Chef und viele Wege und Möglichkeiten wie in einem Gespräch die ehrliche Offenheit möglich ist. Lilly gab mir einige gute Tips, wie ich mich hilfreich auf eine Sitzung vorbereiten kann, wie ich ein Gespräch führen und wie ich die Kommunikation mit der Dolmetscherin gut organsieren kann.

Link zu FotoprotokollLilly zeigte mir, durch ein Beispiel, dass ich mich selbst nicht bewerten soll. Also meine Körperbehinderung ist nicht leicht oder schwer, wie ich schreibe, sondern einfach so wie sie ist. Ich kann auch genaue medizinische Wörter nutzen, damit es eindeutig ist, nicht schlecht, nicht gut, das war hilfreich. Wir machen Rollenspiele. Also ich war die AMA Beratende und Lilly spielte mich. Und ich schaute zu und sah neue Formen, wie man kommunizieren kann. Ich hatte viele AHA-Erlebnisse! Ich hatte dies noch nie so gelernt und kann mich nun gut weiter vorbereiten. Sie war auch beeindruckt über meinen Mut und Kraft, mit einer Website über diese wichtigen Erfahrungen mit der AMA öffentlich zu berichten. Sie hat für mich ein Fotoprotokoll erstellt.

Vielen Dank, Lilly!

5 Gedanken zu “Beratung durch Lilly Kahler

  1. Liebe Cam
    Ich bin sehr froh, auch als Hörende und Sehende hier auf deiner Website zu sein. Ich stehe kurz vor der AMA Abklärung und habe mich auf die Suche nach Info und Argumenten gemacht. Herzlichen Dank dir und deinem Mann für deinen /euren intensiven und arbeitsvollen Einsatz! God bless you wo immer ihr seid und möge er euch beschützen! Du bist wertvoll und begabt, lass dir nichts anderes einreden. :-) Grüssle aus dem Emmental

    • Liebe Jeanne,

      bist Du auch bereit über Deine persönliche Erfahrungen betreffend AMA Abklärung uns erzählen möchtest?

      Über Dein Kommentar hat mich darüber gefreut.

      Liebe Grüsse
      Cam

  2. Liebe Cam

    Danke für dein promptes Feedback. Du bist schnell wie ein Einhörnchen. :-)
    Ich überlege es mir gerne. Danke für deine Anfrage.

    Kurzes Info:
    Ich bin eine Lebendnierspenderin und leide seit der Spende unter den z.T. gefährlichen Langzeitfolgen, die von den Aerzten und der Transplantationsmedizin nicht kommuniziert, geschweige den aufgeklärt werden. Man wird als Spender in der Nachsorge im Stich gelassen und nicht ernstgenommen.

    Leider celebrieren die Medien, die Gesellschaft und die promi Chirurgen ein falsches Bild, da ein Lebendspender doch nacher nicht krank sein darf oder kann. 3/4 der Spender/innen sind niereninsuffizient Stufe III. Wir Spender haben nur noch die Hälfte der ürsprünglichen Nierenfunktion. Die körperliche und mentalen Krankheits Symptome ähnlen frappant dem Me/ CFS, sind aber nicht psychosomatischer Natur. Sondern der klare Auslöser ist, dass eine Niere fehlt und die verbleibende nicht mehr die geforderte Leistung wie vorher bringen kann. Daran bin ich jetzt, leider zudem mit Schmerzen, weil ich bei der Operation beschädigt wurde.

    Es wurde mir meine geliebte Arbeit gekündigt, Spital, Arzt & SVK haben mich abgesägt. Es läuft eine Rentenbeantragung bei der IV. Inwiefern ich damit durchkomme sei dahingestellt, weil sich noch zuviele Aerzte nicht aus der Deckung trauen, die es kompetent in der Hand hätten, sich für die Leidenden einzusetzen. Oftmals ist es Unsicherheit, oder sie wissen (wollen ) es einfach nicht. Medizinische Beweise wie Langzeitstudien & Erfahrungsberichte liegen vor. In der Rechtsprechung meinerseits ist auch einiges am Laufen.

    Du siehst wir sind alle am kämpfen, jeder anders für sich/ für seinen Mitmenschen. Es kann ein langer Weg sein, doch bin ich zuversichtlich. Auch wenn es nicht so kommt, wie ich es mir wünsche… es gibt noch andere Wege, die man ehrlich, gewissenhaft, kommunikativ und überzeugt beschreiten kann und dafür brauchen wir uns. Das Leben kann schön sein, trotz allem und ich trage Verantwortung dafür.

    Falls es euch weiter interessiert: Hier die Website zum Thema, bei der ich mit Beiträgen mitarbeite: http://www.nierenlebendspende.com/
    Ihr hört von mir. LG Jeanne

  3. Liebe Cam und lieber Daniel,
    ich danke euch, dass ich hier einen Beitrag reinschreiben durfte, auch wenn dieser nicht reinpasst im Bezug auf meinen Zustand als Nierenspender.
    Danke, dass ihr ihn nicht gelöscht habt. :-) Schreibe euch noch per mail privat an.

    Ich denke, jeder tragt seinen Rucksack im Leben, muss damit umgehen lernen, doch anders, weil jeder Mensch einzigartig ist. Mich überzeugt nicht die Gleichberechtigung sondern die Gleichwertigkeit der Person an und für sich und der positive & ermutigende Umgang mit ihm. Deshalb glaube ich sehr, an den Ergänzungsfaktor in den Beziehungen und bin dankbar dafür! Ich bin nicht besser als der Andere und zusammen bringen wir Teile / Stücke zusammen für ein ganzes Bild in der Bereitschaft miteinander zu arbeiten & zu sein.

    Vertrauensvorschüsse müssen / sollen gewährt werden, egal wie weit man sieht was kommt und egal wieviel man versteht. So auch der Staat gegenüber seiner Bürger/innen. Menschen sind keine Automaten oder Roboter!

    Ich setze mich gerne für die sozial Schwächen und für die soziale Gerechtigkeit ein, einerseits von Berufeswegen und weil ich es einfach auf dem Herzen habe, andrerseits als persönlich stark betroffene Person, die sich oft einem unbarmherzigen System ausgeliefert fühlt, von dem man meint, kein Entrinnen zu haben. Doch dem ist nicht so. Es gibt Auswege und legale Möglichkeiten damit klar zu kommen und sich klar abgrenzen zu können.

    Und nochmals.. ich bin sowas von dankbar, dass ihr diese Site gemacht habt! Es war mir, auch als normal Hörende eine grosse Hilfe.

    God bless euch Beiden. Cam, du machst das gut. Es ist zudem ein Geschenk einen solchen Mann zu haben wie du ihn hast, und der dich so unterstützt.

    • Danke für dein Feedback. Cam hat das Tagebuch eigentlich für sich selbst geschrieben. Es ist schön zu merken, dass man anderen helfen kann, indem man sich selbst hilft.

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