Kommunikation – Widerspruch

(Video in Gebärdensprache) Wenn das Video nicht angezeigt wird, Video downloaden und mit einem Video-Player anschauen.

Video-Transkript: Hallo! Ich möchte über ein Thema erzählen: Kommunikation. Hörende Menschen haben Mühe zu verstehen, um was es bei der Kommunikation genau geht. Es läuft viel schief, es gibt viele Missverständnisse und andere Probleme. Warum erzähle ich das jetzt? Im Gehörlosblog aus Deutschland hat ein Hörender ein Kommentar gepostet: Es hat ein Widerspruch, es geht um die Inklusion und um den Schutz der Gebärdensprache mit Ausschluss der Hörenden. Das ist doch ein Widerspruch. Wieso? Was? Meine Antwort ist. (Schnitt)

Ich kann gut zu zweit, ich und ein Hörender, kommunizieren. Wir reden Lautsprache. Das ist gut möglich. Es gibt keine Probleme. Ich muss mich ein bisschen anstrengen und von den Lippen ablesen. Das geht. Ich bin zufrieden. Aber in der Gruppe? Ich falle aus der Gruppe heraus. Ich habe keine Chance. Die Leute reden miteinander und durcheinander. Und die Hörenden meinen, ich könne auch in der Gruppe so gut kommunizieren wie zu zweit. Nein, nein, das ist unmöglich. Wenn ich es ausnahmsweise mal schaffe, muss ich mich ausserordentlich anstrengen, um zu folgen. Und dann bleibt mein eigener innerer Ausdruck einfach liegen. Ich bin schwach im selber Erzählen. Ich muss mich einfach so anstrengen, um überhaupt etwas zu verstehen. Und wenn ich zusätzlich auch selber etwas sagen will und meine Meinung einbringen will, bin ich überfordert. So denke ich zum Beispiel auch, dass Schwerhörige, CI-Träger und natürlich Gehörlose auch davon betroffen sind. Der Hörstatus ist da nicht wichtig. Bei lautsprachlichen Gruppendiskussionen wirklich voll dabei zu sein, selber zu erzählen, sich zu engagieren, Gespräche kreuz und quer zu führen, das gibt es nicht für Hörbehinderte. Es ist klar, das gibt es wirklich nicht. Das ist, was ich mit dem Beitrag sagen wollte. Danke!

4 Gedanken zu “Kommunikation – Widerspruch

  1. Daniel, dies ist das 1. Mal, dass ich als Hörender auch das emotionelle Ausmass einer Hörbehinderung zu begreifen beginne. Die Gebärdensprache ist mehr als eine „Muttersprache“.

    • Liebe Barbara, vielen herzlichen Dank. Ja das stimmt. Ich freue mich, dass du das auch verstehst. Cam

  2. Das ist einer der besten und klarsten Aussagen über die Problematik der Hörgeschädigten in der Kommunikation und Gesellschaft.

    Vielen Dank!

    Herzlichst, eure Gehörlosbloggerin
    Judith

  3. das hat er völlig recht. In private Anlässe-,Geburtstags- oder Party geht, trage trotzdem mit CI und kann den hörende Gruppengespräche nicht mitverfolgen, das ist sehr mühsam, und brauche Zeit zum Aufmerksamkeit, dass ich hörbehinderte mit CI, leider reicht den Gruppegespräch nicht aus, das ist völlig überflüssigkeit. Trotdzem kontaktiere ich noch mit wenige hörende Leuten den Gruppegespräche teilweise verstanden und teilweise nicht. Nimm dazugelassen und muss hinterfragen, was die letzten mal gesagt. Einmal möchte ich mit Gebärdensprache für Gruppegespräche und fühle dort sehr wohl, genau wie hörende Gruppegespräche =D